Die Sagen vom Litermont

Die Sagen des Litermonts

Der unterirdische See

(nach Karl Lohmeyer: Die Sagen der Saar)

Vom Litermont geht die Sage, dass der ganze Berg „hohl in seinen Eingeweiden“ seiund dass ihn so eben ein unterirdischer See, von weiten südlichen Meeresarmengespeist, ausfülle, der eines Tages ausbrechen könnte, um dann die ganze Gegend ringsum wie in einer zweiten Sintflut unter Wasser zu setzen. In diesen unterirdischen See ist der Maldix gebannt. Sofort nach seinem jähen Ende soll sich der Teufel höchstpersönlich seiner Gebeine und der Schätze bemächtigt haben. Er hat alles in einer festen, wohlverwahrten Eisenkiste geborgen und sie dann in den See im Berg versenkt. Bewacht wird sie von ihm selbst! Nur am Karfreitag lässt er den Maldix los, dann saust dieser aus dem Berg heraus, ganz besonders wild ist er immer dann, wenn die Frühjahrsstürme wild umherziehen. Der wilde Jäger saust dann durch die Lüfte bis um Mitternacht. Dann muss er zurück in sein nasses Grab, der Berg öffnet sich und mit Donner und Grollen rast er in die Tiefe zurück. So hat der Litermont etwas Unheimliches, und kein Wanderer soll es sich je gelüsten lassen, dort einmal eine Nacht zu rasten oder gar einzuschlafen.

Die Sage von dem wilden Jäger Maldix I

Karfreitagsstille… Grau in Grau

um Himmel, Wald und kahle Au.Und Rege sprüht… vom Walde her erscholl ein Hufschlag hart und schwer. Vom Litermont Herr Maldix kommt zur Jagd, wie´s einem Jäger frommt.

„Und stirbt der Herr am Kreuz für dich: heut stirbt der stärkste Hirsch für mich.“ So lästert er mit frechem Hohn die Mutter noch und jagt davon. Er stellt den Hirsch, er wirft ihn wund, der Hirsch entkommt trotz Ross und Hund.

Des flücht´gen Wildes Fährte fand die Meute bald im feuchten Sand. Der Räuber flucht,  die Meute hetzt, es keucht das Ross, Vom Schweiß genetzt.

„Der Hirsch! Der Hirsch! Ihm nach! Ihm nach! Mag kommen, was da kommen mag!  Der Teufel hole meine Seel´, geht auch der zweite Spieß mir fehl!“ Er schwört´s, und alles fliegt dahin. „Der Hirsch, der Hirsch, nun hab ich ihn!“ Und schneller jagt und keucht das Ross, und lauter schreit und scheucht der Tross. Das tobt und bellt und lärmt und lacht, und vorwärts stürmt die Höllenjagt.

Zurück! Zurück! Aufgähnt der Schlund – tief unten röcheln Herr und Hund. Nach stürzt der Tross mit wilder Wucht – und dunkle Nacht ward in der Schlucht.

Karfreitagsstille…Grau in Grau um Himmel, Wald und kahle Au.

Erstellt von Christine Sinnwell

Die Sage von dem wilden Jäger Maldix II

(nach Karl Lohmeyer: Die Sagen der Saar)

Im Haustadter- und Primstal geht von alters her die Sage vom Maldix, dem wilden Jäger, in dem man hier einen Grafen aus Saarbrücken erkennen will. Wie die alten Leute dieser Gegend noch heute zu erzählen wissen, ist der Jäger oft zusammen mit seiner Dienerschaft zu Pferde oder zu Wagen, begleitet von zahlreichen Jagdhunden

von Saarbrücken aus durch die Wälder des Köllertals bis zum Litermont geritten.Wehe dem Menschen, der diesem unheimlichen Zuge begegnete, in ein paar Tagen, so hieß es, wäre dieser gestorben! Die Jagdgruppe um den Jäger Maldix will manaber auch schon oft in der Luft gesehen haben und das Hallo der Jäger,Hundegebelle, Peitschenknallen und den Klang der Jagdhörner deutlich vernommenhaben. In dem Schlosse auf dem Litermont soll es dann auch allemal wild genughergegangen sein, so dass sich niemand in die Nähe des Schlosses traute.In sehr dunklen Nächten war es am schlimmsten, da hörte man das Gejohle der wilden Truppe noch weit entfernt. Im Lachwalde, zwischen Saarwellingen undHülzweiler, traf man wohl auch den wilden Jäger, begleitet hier nur von zweiJagdhunden und noch ganz altertümlich mit Pfeil und Bogen versehen. Aus seinenKleidern aber sollen Funken gesprüht haben. Oft ritt er auch durch ohne Begleitungdurch die Luft und ließ sich in der Nähe von Hülzweiler auf die Erde nieder, um seinPferd in einem früher dort befindlichen Weiher zu tränken. Kam dann aber einMensch dazu, so fuhr er unter schrecklichem Gefluche durch die Lüfte.Noch heute werden kleine Kinder durch die Drohung „Der Maldix kommt!“ in Furchtversetzt. Und man schreibt ihm allerhand Schabernack zu. Erzählt doch eine alteFrau, dass sie eines Nachts vom wilden Jäger an ihrer großen Zehe gezogen worden sei…

 

erstellt von Christine Sinnwell

Der lange unterirdische Gang vom Erzbergwerk im Litermont

(nach Karl Lohmeyer: Die Sagen der Saar)Vor vielen Jahren zogen drei Saarwellinger Burschen auf den Litermont, um dortnach den alten Kupferbergwerken zu suchen. Sie fanden auch wirklich einenunterirdischen Gang, in den sie eindrangen. Als sie die Wände mit ihren Lampenanleuchteten, bemerkten sie eine Menge eiserner Türen mit merkwürdigen Zeichen,Kreuzen, Hämmern, Kreisen und vielem in der Art. Der Gang schien kein Ende zuhaben und so machten sie sich daran, die Türen aufzubrechen. Aber so sehr sie sichauch darum bemühten, es wollte ihnen nicht gelingen. Da begann einer von ihnen zufluchen, aber im selben Augenblick erscholl ein fürchterlicher Donnerschlag, tiefe Finsternis umhüllte sie und wie von einer unsichtbaren Gewalt getragen getragen, fanden sie sich wieder vor dem Berge. Von dem unterirdischen Gang aber war nichts mehr zu sehen.

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